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Wimpernserum mit Kehrseite

Wimpernserum mit Kehrseite

Gereizte Augen, verfärbte Haut

Wimpernseren können Wimpern sprießen lassen. Doch die Sache hat einen Haken: Einige Produkte sind zwar besonders wirksam, lösen aber erhebliche Nebenwirkungen aus. Wer seine Wimpern aufpäppeln möchte, sollte über die Risiken Bescheid wissen – zumal es auch sanftere Alternativen gibt.

Wimpernseren mit vielen Wirkstoffen

Dichte, lange Wimpern gelten für viele als Schönheitsideal. Kein Wunder, dass Wimpernseren beliebt sind. Die Produkte enthalten unterschiedliche Inhaltsstoffe, darunter Vitamine wie E und B, Koffein, Öle sowie Prostaglandine. Letztere können das Wimpernwachstum besonders deutlich fördern.

Prostaglandine werden in der Medizin als Wirkstoffe gegen den erhöhten Augeninnendruck bei einem Glaukom eingesetzt. Die Nebenwirkungen, die dabei drohen, sind auch beim kosmetischen Einsatz von Prostaglandinen in Wimpernseren möglich: So kann es zu gereizten, geröteten Augen kommen. Zudem kann sich die Haut um die Augen herum stärker färben und dadurch dunkler wirken.

Prostaglandine führen zu Verfärbungen

Besonders auffällig ist eine mögliche Veränderung der Iris, also der Regenbogenhaut. Durch die verstärkte Einlagerung von Melanin kann sich deren Farbe verdunkeln. Eine solche Veränderung ist manchmal dauerhaft, d.h. die Verfärbung verschwindet auch nach dem Absetzen des Serums nicht wieder.

Bei längerer Anwendung kann außerdem das Fettgewebe um die Augen abnehmen, wodurch die Augen tiefer liegend wirken können. Veränderungen der Wimpern selbst sind ebenfalls möglich: Sie können ihre Wuchsrichtung wechseln oder lockiger werden.

Werdende Mütter und Stillende sollten zudem generell auf prostaglandinhaltige Wimpernseren verzichten. Denn die Sicherheit dieser Wirkstoffe ist in Schwangerschaft und Stillzeit nicht ausreichend geklärt. So könnten die Prostaglandine Auswirkungen auf die Gebärmutter haben und dadurch das ungeborene Kind schädigen.

Im Zweifel in der Apotheke fragen

Bei kosmetischen Produkten lohnt sich daher ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe. Als Hinweis dienen Bezeichnungen mit der Vorsilbe „Prosta-“. Allerdings sind die Angaben bei Kosmetika nicht immer so umfassend wie bei Arzneimitteln. Wer unsicher ist, ob ein Wimpernserum Prostaglandin-ähnliche Wirkstoffe enthält oder für die eigene Situation geeignet ist, kann sich dazu in der Apotheke beraten lassen.

Erdnussöl pflegt Wimpern auch

Wimpern lassen sich aber auch auf einfache Weise pflegen. Rizinus- oder Erdnussöl gelten als bewährte Hausmittel und reizen das Auge nicht. Am besten trägt man das Öl mit einem Q-Tip auf. Weil das Öl etwas ins Auge kriecht und man danach verschwommen sieht, empfehlen Expert*innen die Anwendung vor dem Zu-Bett-Gehen. Wichtig ist dabei Geduld: Eine Wimper befindet sich etwa einen Monat in der Wachstumsphase und bleibt anschließend noch ungefähr drei Monate bestehen. Für einen möglichen Effekt ist deshalb eine tägliche Anwendung über längere Zeit erforderlich.

Quelle: Ärztezeitung

| Dr. med. Sonja Kempinski ; Bildrechte: mauritius images / Bo Valentino